Zum
Namen CultiG7:
CultiG7
steht für ‚Kultur in G7’. Wir schreiben das Ganze mit ‚C’, um ein
wenig Internationalität hereinzubringen und konstruieren ein Modewort
der
Jugendszene (‚ey mann, echt kultig’), um ein wenig jünger zu wirken,
als wir sind.
Zum
Thema Kultur:
Kultur
im Quadrat G7 (und angrenzend H7) ist nichts Neues. Es gibt eine ausgeprägte
Esskultur mit drei sehr exklusiven Restaurants, dazu eine Café-
und
Kneipenkultur mit zwei Bistros und einer Kneipe. Auch die Kunstszene ist
bereits mit zwei Galerien und einer Kunstwerkstatt vertreten.
Nicht
zu vergessen das Theaterhaus in G7, das TIG7...
Und
dann die ganzen Lebenskünstler, die sich jeden Tag am Waschsalon treffen
...
Warum
fängt man mit 41 Jahren ein Galerie Business an?
Da
kamen viele Dinge zusammen: u.a. ein wenig Startkapital, eine geeignete
Örtlichkeit, die Lust, ungehindert kreativ sein zu können, die
Faszination an der Kommunikation mit anderen Menschen, die Freude an der
Kunst oder besser der künstlerischen Kreativität von Mitmenschen,
der Drang nach mehr Lebensfreude ...
All
diese Aspekte und viele mehr fließen in diesem Projekt zusammen.
Welcher
Aspekt ist für Sie am wichtigsten?
Sicherlich
der Umgang mit den Menschen, ich liebe die Menschen. Leider sehe ich kaum
welche in der Galerie (Scherz).
Interessant
ist auch der Facettenreichtum der Leute mit denen ich bei den Projekten
zusammenarbeite: natürlich die Künstler, dann aber auch die EDV-Spezialisten,
WebDesigner, Grafiker, Druckspezialisten, Fotografen, Tontechniker, Musikredakteure,
Kunsthistoriker und nicht zu vergessen die Kunden.
Das
hört sich sehr technisch an, wie ernst sind Ihre Internet Absichten?
Sehr
ernst! Ich will versuchen, die Faszination, die von einem Kunstobjekt ausgehen
kann, über das Internet zu vermitteln – den Käufer im Idealfall
zu gewinnen, ohne dass er z.B. ein Bild real gesehen hat. Dieses Problem
will ich multimedial lösen. Dazu brauche ich gutes Bildmaterial, professionelle
Texte und die passende Musik. Das Ganze muß ideal abgemischt sein
und über durchschnittliche Internet Technik verteilbar sein.
Das
ist eine große Herausforderung!
Wie
finden Sie Ihre Künstler?
Durch
Zufall!
Dazu
eine meiner Lieblingsgeschichten: Ich treffe mit meiner Frau in einem Café
zufällig eine aufgeschlossene ältere Dame. Wir kommen rasch ins
Gespräch, sie erzählt von ihrem verstorbenen Mann – einem Maler
–, ich erzähle, dass ich gerade eine Galerie eröffne, wir einigen
uns auf eine Ausstellung mit den Bildern ihres Mannes: Roland Neuer (für
mich eine ganz große Entdeckung und ein wunderbarer Zufall)
Oder:
Eine
Kollegin fragt mich nach Galerieleisten zum Aufhängen Ihrer Bilder.
Ich frage, was für Bilder das denn seien. Sie sagt: Mein Großvater
war Maler, es sind Stilleben; jemand hat schon eine Dissertation über
das Lebenswerk ihres Großvaters geschrieben ...
Schon
eine neue Spur, der ich nachgehen muß. Das ist sehr aufregend.
Sind
Sie selbst künstlerisch tätig?
Am
liebsten würde ich gerne Musik machen, aber leider kann ich kein Instrument
spielen und es auch nicht lernen, weil mir die Ausdauer dazu fehlen würde.
Ich denke, so etwas muss man in der Jugend mit Hilfe der Eltern schaffen.
Später schaffen das nur ausgesuchte Leute.
Ich
habe versucht, zu fotografieren. Die Fotos auf unserer HomePage sind von
mir. Vor ein paar Jahren habe ich in alten Fabriken hier im Umkreis Aufnahmen
gemacht. Mich faszinierten dabei besonders apokalyptische und morbide Stimmungen
– das geht mir heute noch genauso. Als Lieblingsmotive kristallisierten
sich schnell Schalter, Verteiler- und Sicherungskästen, Schaltzentralen
heraus. Oder anders gesagt, ich entdeckte eine Vorliebe für Knotenpunkte
– CultiG7 ist auch so ein Knotenpunkt.
Manche
Motive fesselten mich derart, dass ich einen ganzen Film darauf verschoss
und bei anderen Lichtverhältnissen an darauffolgenden Tagen mehrfach
wiederkehrte. Dabei habe ich zum ersten Mal die Besessenheit erahnen können,
die einen Künstler mit seinem Werk verbinden kann. Ich denke ich werde
die Fotografie wieder aufnehmen, wenn es meine Zeit erlaubt.